Aus der Sicht eines Mitglieds

 

 

 

 

Ich lebe wieder.

 

 

Bedanken möchte ich mich bei dieser Gruppe,

 

die immer offene Ohren für meine Probleme und Problemchen hat;

 

und mich auf meinem Weg in die Abstinenz begleitet.

 

Jeden Tag fasse ich neuen Mut,

 

und dass ich Euch habe, tut mir sehr gut;

 

Ihr seid eine Stütze in meinem neuen Leben

 

und ich hoffe, auch ich kann Euch was geben.

 

 

 

So war es mal:

 

Da waren sie wieder, diese Gefühle:

 

Scham, Schuld, Minderwertigkeit,

 

ich wollt sie nicht mehr fühlen,

 

die bewährte Masche,

 

ich griff zur Flasche.

 

Ganz schnell ging das, und ich war im Rausch.

 

 

 

Wurde ich wieder nüchtern,

 

so war’s ein schlechter Tausch.

 

Stark, wollte ich sein,

 

dem Alkohol trotzen.

 

Kann doch nicht so schwer sein“,

 

höre ich mich noch protzen.

 

Dann war ich am Ende und gestand mir ein,

 

mein Weg, er wird sehr steinig sein.

 

 

 

Doch ich werde ihn gehen, habe ich mir geschworen,

 

ich gebe mich noch nicht verloren.

 

So ging ich dann den ersten Schritt,

 

und viele nette Menschen gingen ihn mit.

 

War auch oft allein mit meinen Gedanken,

 

Zweifel kamen, und ich kam manchmal ins Wanken.

 

Doch ich nahm die Hilfe, die man mir bot,

 

und irgendwie kam ich wieder ins Lot.

 

 

Jetzt muss ich keinem erklären, warum mir’s mal mies geht.

 

Ich kann darauf setzen, dass Ihr es versteht.


Vieles von meinem Leben hatte ich verdrängt


und mich oft in den Alltag verrenkt.


Mein Selbstwertgefühl, das blieb auf der Strecke;


kam mir oft vor wie ’ne zertretene Schnecke.


Ich hab‘ neu gelernt, auf mich acht zu geben


und hoffe, es gelingt mir im weiteren Leben.

 

 

Es ist harte Arbeit, doch ich will sie gern tun,

 

lasse sie in meinem Leben niemals mehr ruh’n.

 

Ich setze nie wieder aufs Spiel, was mir heilig ist.

 

Oh Gott, was hatte ich alles vermisst:

 

Mein Mann, die Familie, den Job, das sorglose Leben –

 

das alles kann mir der Alkohol nehmen.

 

Sollten Versuchungen auch noch so winken,

 

ich hab‘ einen Plan:

 

 

Ich will nicht mehr trinken.                                                     04.12.12 (H.K.)